Mittwoch, 27. August 2014

Denkwürdige Worte I

Mietrechtsstreit. Noch außergerichtlich. Der Vermieter suchte meine Mandantschaft persönlich auf. Dummerweise wurde er dabei ziemlich ausfallend.

Kommentar meiner Mandantschaft: 

"Was der gesagt hat, war wirklich schon unter der Gürteltierlinie!" 

Wo auch immer die liegen mag - Vermieter sollten sich besser oberhalb derselben bewegen.

Montag, 25. August 2014

Zwangsanmeldung durch den Beitragsservice?

Eine Mandantin legt mir eine "Bestätigung der Anmeldung" vom Beitragsservice (also der früheren GEZ) vor:

"Da wir unter Ihrem Namen für Ihre Wohnung kein Beitragskonto finden konnten, hatten wir Sie um einige Angaben gebeten. Eine Antwort mit den erforderlichen Informationen liegt uns nicht vor. Daher wurde nun die Anmeldung der folgenden Wohnung auf Ihren Namen und der Beitragsnummer xxxxxxxxxx vorgenommen. (...)" 

Aha. Da man also nicht über Informationen verfügt, die eine Beitragspflicht begründen könnten, nimmt man die nun einfach mal so an. Interessant.

Ebenso interessant dürfte sein, dass im nächsten Satz mal flugs die angeblich ausstehenden Beträge seit Januar 2013 gefordert werden, und eine aktuelle Zahlung bis September 2014 noch obendrauf. Außerdem hatte meine Mandantin schon den berühmten Fragebogen ausgefüllt, so dass man eigentlich wissen müsste, dass sie keine Beiträge zu zahlen hat...

Nun ja. Vielleicht lässt sich der Beitragsservice ja wenigstens dazu herab, einen rechtsmittelfähigen Gebührenbescheid zu erlassen. Auf eine bloße widersprüchliche Bestätigung einer vermeintlichen Anmeldung hin kann ich meiner Mandantin jedenfalls nicht zur Zahlung raten... und in diesem Fall auch noch aus anderen Gründen nicht. Gelobt sei die Erfindung der WG!

Aber schön, dass man mal darüber korrespondiert hat.

Sonntag, 24. August 2014

Knallzeugin

Ich weiß nicht, ob Sie am Donnerstag hier in der Nähe waren - falls ja, dann haben Sie wahrscheinlich den Stau bemerkt, der sich rund um die Kreuzung Theenhausener/Nordstraße gebildet hatte, nachdem es dort einen heftigen Unfall gegeben hatte.

Ich saß um 12.40 Uhr an meinem Schreibtisch und brütete über einem Schriftsatzentwurf, neben mir ein noch heißer Kaffee, das Fenster auf kipp, weil es draußen wider Erwarten doch noch ein bisschen wärmer geworden war... und dann hörte ich plötzlich diesen fürchterlichen Knall.

Auto gegen Auto. Ein fürchterliches Geräusch, das man sofort erkennt. Und das im Moment wirklich unangenehme Erinnerungen bei mir weckt.

Ich sah nur meine Männer hier loslaufen und griff zum Telefon. Ich wusste, dass ich kein Netz mehr haben würde, wenn ich bis zur Unfallstelle gelaufen wäre. Entgegen allen Regeln der Unfallmeldung konnte ich der Leitstelle also leider nicht genau sagen, was passiert war, aber der Knall war so heftig gewesen, dass klar war, dass die Sache nicht ohne Personenschaden abgegangen sein konnte. So war es dann auch: Zwei Schwerverletzte.  

Ich hoffe von ganzen Herzen, dass es Euch beiden inzwischen besser geht! 

Den ganzen Tag habe ich das Geräusch der Sirenen nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Drei Krankenwagen, Feuerwehr, Polizei... alles direkt neben unserem Grundstück. Ein Feuerwehrmann, der nach der Rettungsschere ruft. Rettungssanitäter, die der Polizei nahelegen, dass "hier eigentlich keiner mehr durchfahren sollte!"

Tatsächlich: Während der ganzen Zeit war die Unfallstelle nicht komplett abgesperrt. Wir haben noch ein Warndreieck aufgestellt, damit die Leute auf der Nordstraße vor der Kurve wenigstens gewarnt wurden, dass ein paar Meter weiter etwas passiert war und sie eventuell eher anhalten mussten als gedacht. Mit einem Folgeunfall wäre ja keinem geholfen gewesen.

So wurde ich also im wahrsten Sinne des Wortes zur Knallzeugin. Sie werden lachen: Den Begriff gibt wirklich.

Ein Knallzeuge ist derjenige, der tatsächlich nur den Knall gehört hat. Es kommt erstaunlich oft vor, dass jemand behauptet:. "Ich habe alles gaaanz genau gesehen!", und sich dann später, oft auch während der mündlichen Verhandlung, herausstellt, dass er tatsächlich erst dann hingeguckt hat, nachdem er das Geräusch gehört hat - und keine Sekunde vorher.

Übrigens heißt das nicht, dass sich Knallzeugen einfach nur stumpf in den Vordergrund spielen wollen. So simpel ist es nicht: Oft genug werden sie tatsächlich Opfer ihrer eigenen Hirntätigkeit. Das Geräusch wird vernommen, man guckt hin, und aufgrund der Informationen, die das Hirn dann in diesem Moment aufnimmt und direkt verarbeitet, zimmert es sich eine Theorie zusammen, wie die Sache denn abgelaufen sein muss.

Blöd nur, wenn die Theorie dann nicht mit der Praxis übereinstimmt. Aber in die Bredouille bin ich ja nun nicht geraten. Auch wenn ich zugeben muss, dass wir davon ausgegangen waren, dass sich der Unfall anders abgespielt hatte, als es am nächsten Tag in der Zeitung stand.

Montag, 18. August 2014

Tipp: "Das Ende einer Nacht"


Ich bin ja bestimmt keine Bloggerin, die gerne Fernsehtipps gibt. Aber wenn Sie einen richtig guten Film sehen wollen: Heute um 20.15 Uhr wiederholt das ZDF "Das Ende einer Nacht". Barbara Auer als Richterin im Duell mit Ina Weisse als Strafverteidigerin. Genial gespielt von beiden. Richtig gutes cleveres Drehbuch. Kein Wunder, dass der Film diverse Preise gewonnen hat. Auch wenn Sie sich fragen, wie man das Thema "häusliche Gewalt" in einem Fernsehfilm bringen kann, ohne es zu bagatellisieren. Gucken Sie's sich einfach an und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. 
Schön, wenn auch mal was Gutes wiederholt wird... 


Sonntag, 10. August 2014

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Anwälte untereinander unterzeichnen ihre Schreiben ja immer "mit freundlichen kollegialen Grüßen", egal, ob man sich nun tatsächlich freundlich gesonnen ist oder nicht. Drollig wird es aber, wenn die kollegialen Grüße auch interdisziplinär ausgetauscht werden...

Samstag, 9. August 2014

Unfallfolgen

Ich habe ja nun schon so einige Unfälle mit Personenschaden reguliert. Aber ist doch etwas anderes, wenn... 

Wenn Sie einen Anruf bekommen, dass Ihr Mann einen Unfall hatte, Sie alles stehen und liegen lassen, gerade noch Ihrem Schwiegervater Bescheid geben und sich dann selbst ins Auto schwingen, um sich, in Unkenntnis, was genau passiert ist, auf den Weg zur Unfallstelle zu machen.

Wenn Sie dabei hinter dem Krankenwagen herfahren, von dem Sie wissen, dass er für Ihren Mann bestimmt ist. Wenn Sie aber abreißen lassen müssen, weil Sie selbst ja nicht im Gegenverkehr landen wollen und Sie ja nunmal keine Sonderrechte in Anspruch nehmen dürfen.

Wenn Sie dann noch sehen, dass so ein blöder riesiger mit Holz beladener Lkw es nicht schafft, zur Seite zu fahren, um die Rettungsgasse freizuhalten und den Krankenwagen durchzulassen. Wenn Sie dann auch noch von der Polizei mit Blaulicht und Vollgas überholt werden.

Und wenn Sie dann an der Unfallstelle ankommen und das hier sehen: