Freitag, 30. Januar 2015

Der SchneeEngel muss warten

Nur ganz kurz, zwischen zwei Terminen:
Jetzt ist er da - der Schnee, den ich mir eigentlich zu Weihnachten gewünscht habe...
Hier in Richtung Nordstraße...
P1060758... der Fliederbaum vor meinem Bürofenster...
P1060759
... und der Teich, auf dem man aber noch keine Pirouetten drehen kann. P1060761Herrlich anzusehen, oder? Kein Vergleich zu den Zeiten, als ich mein Büro noch im Industriegebiet hatte. Auch die Geräusche draußen werden angenehm gefiltert.
Schade, dass ich gleich noch zu einem Termin raus muss - ansonsten würde ich mich in den Schnee werfen und den Schneeengel produzieren, den ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Aber ich kann ja schlecht pitschenass in anderer Leute Büros erscheinen, oder?
Da muss der Schneeengel eben noch ein bisschen warten.
Und ja, er schreibt sich inzwischen mit vier "e". Auch wenn's irgendwie doof aussieht.

Freitag, 23. Januar 2015

Stehen oder sitzen? Egal - Hauptsache PUTZEN!

Um eines mal vorweg zu nehmen: Das Amtsgericht Düsseldorf hat gestern nicht entschieden, dass Männer generell im Stehen pinkeln dürfen. 
Meine Herren, kommen Sie mir jetzt also nicht mit diesem vermeintlichen Freibrief. Es ist keiner.
Das Amtsgericht hat nur entschieden, dass Vermieter, die in ihrer Wohnung einen empfindlichen Boden haben und diesen empfindlichen Boden mitvermieten, den Mieter darauf hinweisen müssen, dass der Boden empfindlich ist, zum Beispiel, wenn er mit ätzenden gelblichen Flüssigkeiten in Berührung kommt.
Aber wer putzt, der weiß das doch sowieso, oder nicht?
Das sagt viel über die Prozessbeteiligten.
Wäre ich Anwältin des Vermieters, dann würde ich mir also ernsthaft überlegen, gegen diese Entscheidung vorzugehen. Zu den Pflichten des Mieters gehört es nämlich auch, die Wohnung pfleglich zu behandeln. Und wenn das bedeutet, dass ich nach dem Stehen auf die Knie gehe und die ätzenden Substanzen, die meine männliche Eitelkeit hinterlassen hat, beseitige... und nicht seelenruhig warte, bis der teure Marmorboden Schaden genommen hat.
Es kann so einfach sein, oder?
Da sehen Sie, weshalb man sich als Anwalt (und wahrscheinlich auch als Richter) manchmal so vorkommt, als wäre man im Kindergarten.
Manche Dinge muss man in diesem Job eben mit Humor nehmen. Ansonsten würde man wahrscheinlich auch nicht die folgenden Sätze in der Urteilsbegründung finden:
"Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit - insbesondere weiblichen - Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen."
Wenn man nämlich mal genauer hinguckt, sagt der (männliche)! Richter damit doch eigentlich, dass in seinen Augen immer noch die Männer stehen und die Frauen (ihnen) hinterher putzen. 
Na danke. Wir haben es mit der Emanzipation ja echt weit gebracht. 

Mittwoch, 14. Januar 2015

Beratungshilfe 2015

Ich habe hier im Blog ja schon des öfteren mal angemerkt, dass ich bestimmte Änderungen im Beratungshilfegesetz, die zum 1. Januar 2014 in Kraft getreten sind, für völlig unpraktikabel halte. So ist es eben manchmal, wenn Gesetze von Leuten gemacht werden, die in der Praxis nicht damit arbeiten müssen.

Ein Jahr lang habe ich nun versucht, für meine Mandanten den bisherigen Service aufrechtzuerhalten und immer dann, wenn wenn sie es noch nicht selbst getan hatten, den Antrag für sie am jeweiligen Amtsgericht zu stellen. 

In der Folge hat sich herausgestellt, dass anscheinend jedes einzelne Amtsgericht seine eigene Strategie im Umgang mit solchen Anträgen entwickelt hat. Hier ist ein besonders schönes Exemplar vom Amtsgericht Schwerin:


Soll im Klartext heißen:

Ich darf jetzt noch ein paar Monate abwarten, ob die Gegenseite sich dazu entschließen kann, meinen Mandanten zu verklagen. Falls sich in den nächsten Monaten nichts tut, darf ich das dem Gericht mitteilen und einen Liquidationsantrag stellen, also meinen Antrag darauf, dass mir die 85,00 EUR, die ich an Anwaltsgebühren dafür bekomme, ausgezahlt werden (die restlichen Unterlagen hat das Gericht längst, aber das kommt davon, wenn man nur mit Textbausteinen arbeitet).

Das wiederum bedeutet, dass ich nicht nur zu einem weitaus geringeren Tarif arbeiten muss als der Kollege, der die Gegenseite (ohne Beratungshilfe) vertritt, gleichzeitig noch mehr arbeite und der Staatskasse ein zinsloses Darlehen gebe.

Machen wir uns nichts vor: Ich muss von der Juristerei leben. Und die 85,00 EUR hier sind nur mein Umsatz, nicht mein Gewinn. Die Zeit, die ich auf solche Förmeleien verschwenden muss, geht im Endeffekt von der Zeit ab, die ich für eigentliche Mandatsbearbeitung habe, und das kann nicht Sinn der Sache sein.

Ich habe also die Wahl:

Entweder ich versuche, mir Beratungshilfemandate als solche so gut wie möglich vom Hals zu halten. Viele Kollegen machen das, und ich muss zugeben, dass ich es auch verstehen kann. Meinen nicht ganz so finanzstarken Mandanten hilft das aber leider auch nicht.

Die zweite Möglichkeit ist, dass ich meine Mandanten zwingend(!) erst beim Amtsgericht vorbeischicke, bevor ich sie auch nur ansatzweise zu ihrem Problem beraten kann. Das ist die einzige Lösung, die ich sehe.

Deshalb: Wenn ich Sie beraten oder vertreten soll und bei Ihnen die Voraussetzungen für einen Beratungshilfeschein vorliegen - gehen Sie erst zum Amtsgericht und kommen Sie bitte erst dann zu mir, wenn Sie den Schein bekommen haben. Ansonsten kann ich Sie, so schwer es mir auch fällt, nicht mehr vertreten. 

Dienstag, 13. Januar 2015

Das "Regionale Branchenbuch" ist nicht zwingend regional...

Gucken Sie mal, was heute durch mein Fax kam:


Ich habe der freundlichen Bitte nicht entsprochen und das Ding direkt dahin geworfen, wo es hingehört - in den Papierkorb. 

Mal im Ernst - ich habe nicht vor, über drei Jahre monatlich 83,00 EUR zuzüglich Mehrwertsteuer an irgendein dubioses Unternehmen in Bukarest zu bezahlen, nur um dann vielleicht in irgendeinem merkwürdigen Online-Branchenbuch geführt zu werden, das kein Mensch jemals benutzt. Das wären netto iimerhin schon mal 2.988,00 EUR - für nichts und wieder nichts.

Mit so einem Mist muss man sich als Selbständiger auch noch herumschlagen... da hat man wirklich Besseres zu tun. 

Das allerschlimmste an der Sache ist, dass es mit Sicherheit Leute gibt, die auf diesen alten Trick hereinfallen und das Fax zurückschicken. Fazit: Auch das Kleingedruckte lesen! 

Sonntag, 11. Januar 2015

Ein Sonntag der Gedankensprünge

http://rlv.zcache.de/eiffelturm_paris_frankreich_postkarte-r3aee3e3defe442ce93ae400e6e0c1910_vgbaq_8byvr_324.jpgSonntag Nachmittag. Ich bin im Netz. Wir wollen demnächst nach Paris, wahrscheinlich irgendwann im Februar (was allerdings schon vor dem 7. Januar beschlossen war), und da möchte ich noch einige Informationen einholen, was wir denn auf diesem Trip unbedingt alles machen möchten. Und ein paar Öffnungszeiten checken. Wer weiß, ob die in den Reiseführern aus der Bücherei noch aktuell sind.

Ja, ausgerechnet Paris. Jetzt erst recht Paris.

Und dann ist Paris auch im Fernsehen. Unzählige Menschen (bestimmt eine Million), die auf die Straße gehen und gegen das Gefühl der Ohnmacht demonstrieren, das die Anschläge der letzten Tag hinterlassen haben. Je suis Charlie. Überall. Riesige Plastikbleistifte, die in die Luft gehalten werden. Und mir gefällt es, dass Stifte zum Symbol des freiheitlichen Denkens werden.

Ich glaube nicht, dass diese Demo auch nur einen Terroristen davon abhalten wird, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Andererseits aber halte ich es für wichtig, aufzustehen und zu sagen: "So geht es nicht. Nicht mit uns. Wir wollen nicht in einer Gesellschaft leben, in der man wegen dem, was man denkt oder was man ist, massakriert wird."

Und ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich mit meinem Hintern hier im kuschelig Warmen auf meiner Denkercouch sitze, anstatt mit aufzustehen und irgendwo zu demonstrieren.

Was mich, während ich die Übertragung gucke, noch umtreibt, sind zwei Dinge:

Erstens: Es sind nicht nur die Menschen in der Redaktion von Charlie Hebdo umgekommen, sondern auch Leute, die einfach nur ein paar Lebensmittel kaufen wollten. Etwas, das jeder von uns ständig tut. Die Mitarbeiter von Charlie Hebdo mussten damit rechnen, dass auf sie früher oder später noch ein Anschlag verübt werden würde - die Redaktion stand ja nicht aus Scherz unter Polizeibewachung. Die Menschen im Supermarkt nicht. Es geht also nicht nur um Meinungsfreiheit. Es geht darum, so sein zu dürfen, wie man ist. Nicht mehr und nicht weniger. Die Meinungsfreiheit ist nur ein Teil davon. Wenn auch ein nicht unbedeutender.

Der Unterschied zu "früher" ist nur, dass man sich nicht mehr gegen eine Staatsmacht auflehnt, sondern gegen seine Mitmenschen. Aber das macht es auch nicht einfacher.

Zweitens: Die Diskussion ist inzwischen dort angekommen, wie man denn solche Anschläge verhindern kann. Und da wird es richtig interessant. Wenn man sich so die Biografien der Täten anguckt, dann fällt doch auf, dass sie irgendwann angeblich "radikalisiert" wurden. Wenn ich wikipedia befrage, was denn eigentlich "radikal" bedeutet, dann bekomme ich diese Antwort:

"Das Adjektiv „radikal“ ist vom lateinischen radix (Wurzel) abgeleitet und beschreibt das Bestreben, gesellschaftliche und politische Probleme „an der Wurzel“ anzugreifen und von dort aus möglichst umfassend, vollständig und nachhaltig zu lösen."

"Radikal" muss also nicht grundsätzlich schlecht sein, im Gegenteil. Und mit Religion hat Radikalität begrifflich auch erstmal nichts zu tun.

Die Frage muss also lauten, wie man es verhindern kann, dass Menschen einen solchen Hass auf die Gesellschaft entwickeln, dass sie jegliche Empathie verlieren.

Die Antwort dürfte nicht in der Verschärfung irgendwelcher Sicherheitsgesetze liegen. Wohl eher darin, dass man dieses verflixte Schubladendenken mal hinter sich lässt - und das gilt für alle, für die "Mehrheit" genauso wie für die "Minderheit". Da ist dann aber nicht nur die Politik gefragt. Wer das Gefühl hat, nicht dazuzugehören, der ist anfälliger für Hassprediger jeglicher Couleur. 
 
Und Hass hat noch nie ein Problem gelöst.

Ach ja: Wenn ich nach Paris komme, dann möchte ich gerne zu Shakespeare and Company. Das ist ein Buchladen am linken Seineufer - und alles, was in Paris wohnte oder strandete, Englisch sprach oder einigermaßen intellektuell veranlagt war, ging hier im Laufe der Jahrzehnte ein und aus. So muss ein Buchladen aussehen, oder?

Und wenn der Spruch über der Tür nicht einladend ist, dann weiß ich's auch nicht...




Donnerstag, 8. Januar 2015

Liberté - Solidarité


Aus aktuellem traurigen Anlass. 

Natürlich habe ich mitbekommen, was in Paris passiert ist. Einer der Vorteile, wenn man von zu Hause aus arbeitet, ist eben, dass man gerade mal schnell einen Nachrichtensender anmachen und sich informieren kann, ohne dass einem der Chef eine Abmahnung erteilt.

Wissen Sie, was mich wirklich entsetzt? Nicht die Tatsache, dass so eine Attacke überhaupt möglich ist. Ich denke, dass man damit in der heutigen Zeit einfach rechnen muss, weil es immer wieder Menschen gibt, die ihre eigene - wenn auch aus meiner Sicht verquere - Denkweise über die der anderen stellen und glauben, ein Zeichen setzen zu müssen. Wie grausam dieses Zeichen auch ist. Extremisten wird es immer geben.

Was mich entsetzt ist die Kaltblütigkeit, mit der diese Aktion ausgeführt wurde. Da kann ich nichts Menschliches mehr sehen. 

Ich nehme mir auch die Freiheit zu sagen, was ich denke  - in meinen Schriftsätzen, im alltäglichen Leben und auch hier im Blog. Daran wird sich auch nichts ändern. Ich will nicht, dass mir jemand vorschreibt, was ich zu sagen, zu denken, zu schreiben und zu glauben habe,

Wäre ja noch schöner.

Und nun?

Sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. 




Mittwoch, 7. Januar 2015

Suchen Sie Ihre Radkappe?

Falls ja, dann werfen Sie doch mal einen Blick auf dieses Foto hier. Vielleicht ist es ja Ihre? Falls ja, dann können Sie sie gerne hier abholen.

Ich würde mir ja die Mühe machen und in die Böschung klettern, wenn ... ja, wenn es draußen nicht so verdammt matschig wäre. Bei meinem Talent für Kopsterbolter sehe ich mich nämlich schon auf dem Allerwertesten liegen, eine Radkappe in der Hand...

Es hat schon seinen Grund, dass ich Schreibtischtäterin geworden bin. Mein Bewegungstalent ist eben nicht sonderlich ausgeprägt. Leider. 

Vielleicht warte ich einfach, bis der Boden irgendwann mal gefroren ist. Obwohl - das kann in diesem Jahr ja anscheinend dauern. Oder bis sich meine bessere Hälfte aufrafft...?


Freitag, 2. Januar 2015

Die Letzten werden die Ersten sein

Zumindest hier im Büro passt der Spruch:

Der letzte Mandant aus dem Jahr 2014, dem ich hier gegenüber gesessen habe, war dann heute auch der erste im Jahr 2015, nur mit einer neuen Sache. 

Bleibt alles anders...