Wissen Sie, was das Blöde an Gerichtsterminen am frühen Morgen ist? Man muss trotzdem pünktlich da sein, ansonsten kann es richtig Ärger geben. Mit ein bisschen Pech kassiert man ein Versäumnisurteil, das man hinterher wieder aus der Welt schaffen muss. Nämlich dann, wenn man entweder nicht anwesend ist oder nicht verhandeln kann (oder will). Eine Viertelstunde kann da schon reichen.
Heute morgen hat jemand Glück gehabt, nämlich meine Gegenseite. Der Mann hatte zugegebenerweise einen relativ weiten Anreiseweg von rund anderthalb Stunden, aber ich für meinen Teil fahre in solchen Fällen lieber eine halbe Stunde früher los als später. Man kann ja nie wissen...
Wie dem auch sei, der Mann kam zu spät. Nicht soviel, dass die ganze Tagesplanung des Gerichts hinfällig geworden wäre, aber trotzdem. Immerhin hatte er augenscheinlich noch Zeit gehabt, sich auf dem Weg irgendwo die Zeitung mit den vier großen Buchstaben zu besorgen, denn die klemmte lässig unter seinem Arm, als er in den Gerichtssaal spazierte, und lag dann später direkt vor ihm auf dem Tisch. Ich konnte mir das breite Grinsen gerade noch verkneifen.
Weshalb der Mann Glück hatte? Ganz einfach: Sein Anwalt war pünktlich...
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