Donnerstag, 14. Januar 2016

Frau Schwentker und die Tücken der Wegfahrsperre

Vorgestern wurde mein Tag doch länger als geplant - ich bin mit meinem kleinen Schwarzen in Schleswig-Holstein liegen geblieben.

Obwohl - "liegen geblieben" ist eigentlich der falsche Ausdruck. Mein Auto hatte sich entschieden, einfach mal aus heiterem Himmel die elektronische Wegfahrsperre einzuschalten. Und nicht wieder auszuschalten... Aus irgendeinem Grunde funktionierte das Transpondersignal zwischen Schlüssel und Zündung nicht mehr. Ich war nur kurz rechts ran gefahren, um etwas nachzugucken, und dann stand ich da...

Es ist wohl Murphy's Gesetz, dass sowas immer nur dann passiert, wenn man a) zum Gericht muss und b) knapp 400 Kilometer von zu Hause entfernt ist. 

Zuerst hofft man ja noch, dass man das Problem schnell löst. Nachdem aber fünf gestandene Männer sowohl online als auch offline an der Problemlösung gescheitert waren und auch meine Werkstatt telefonisch keine Lösung wusste ("Sie können ja mal probieren, die Batterie abzuklemmen..."), stand fest, dass ich umdisponieren musste.

Ach ja, wir hatten die Batterie abgeklemmt. Es hat aber nicht geholfen. Mein Auto kann genauso störrisch sein wie ich. 

In Ermangelung eines vernünftigen öffentlichen Personennahverkehrs hat sich also der örtliche Taxiunternehmer eine mindestens silberne Nase verdient, und die Geschäftsstelle des Gerichts war so nett, mit dem Termin noch ein wenig zu warten. Wir hatten die letzte Verhandlung an dem Tag, also war wenigstens nach hinten Luft, so dass wir nicht den kompletten Tagesablauf des Gerichts durcheinander gebracht haben.

Das war das erste Mal, dass ich vor Gericht mit einem Taxi vorgefahren bin... inzwischen kann ich drüber grinsen.

Als ich dann wieder an meinem Auto angekommen war, blieb mir nichts anderes übrig, als die "Gelben Engel" anzurufen. Innerhalb einer Stunde war der gute Mann auch da, und nach einem Telefonat mit seinem Kollegen ("Du, ich hab' da mal 'ne Frage...") hat er die Wegfahrsperre auch tatsächlich wieder 'rausbekommen. In Gedanken habe ich in dem Moment wirklich drei Kreuze gemacht. Ich hatte mich schon im Zug gesehen, aber wie hätte ich dann mein Auto wieder bekommen...?

Schwein gehabt.

Morgens war ich um Viertel nach 7 losgefahren, und abends um halb neun stand ich wieder unter unserem Carport.

Es war ein langer Tag... 





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